Allgemeine Informationen ersetzen keine persönliche Diagnose oder Therapieplanung. Ergebnisse sind individuell.
Was ist PRP? Anwendungen an Gebärmutter und Eierstöcken unterscheiden sich
PRP bedeutet plättchenreiches Plasma und wird mithilfe einer Zentrifuge aus dem eigenen Blut gewonnen. Blutplättchen enthalten Signale, die an Wachstum und Reparatur von Zellen beteiligt sind. In der Kinderwunschmedizin werden unterschiedliche Ansätze untersucht: Intrauterines PRP wird in die Gebärmutter eingebracht, um deren Schleimhaut, das Endometrium, zu beeinflussen. Intraovarielles PRP wird in die Eierstöcke injiziert, um deren Reaktion auf die Stimulation zu verändern. Ergebnisse für eine Anwendung belegen keinen Nutzen der anderen. Eine dünne Gebärmutterschleimhaut, eine verminderte ovarielle Reserve und erfolglose Behandlungen sind unterschiedliche Situationen. Dass eigenes Blut verwendet wird, macht ein Verfahren weder automatisch sicher noch erforderlich.
Was sind Exosomen und was unterscheidet sie von PRP und Stammzellen?
Exosomen sind eine Art kleiner extrazellulärer Vesikel, die von Zellen abgegeben werden. Sie transportieren unter anderem Proteine und RNA und wirken an der Kommunikation zwischen Zellen mit. Sie sind selbst keine Stammzellen und nicht mit PRP gleichzusetzen. Untersucht werden Zusammenhänge mit dem Milieu im Eierstock, Entzündungsprozessen und der Eizellentwicklung. Labor- und Tierversuche beweisen keinen Schwangerschafts- oder Geburtserfolg beim Menschen. Auch erste klinische Untersuchungen liegen vor, doch Herkunft, Aufbereitung und Verwendung der Präparate unterscheiden sich. Die Bezeichnung „Exosomenprodukt“ allein bestätigt daher weder dessen Zusammensetzung noch eine ausreichend geprüfte Wirksamkeit und Sicherheit.
Was sagen Studien und Sicherheitsdaten?
Die ESHRE-Empfehlungen zu Zusatzverfahren raten von intrauterinem und intraovariellem PRP ab. Auch die aktuelle Bewertung der HFEA betont fehlende verlässliche Belege für einen Lebendgeburtenvorteil in den betreffenden Patientengruppen und mögliche Sicherheitsprobleme. In der randomisierten PROVA-Studie erhöhte ovarielles PRP bei der untersuchten Gruppe mit schwacher ovarieller Reaktion die Zahl reifer Eizellen nicht. Erste Exosomenstudien sind wissenschaftlich interessant. Eine Pilotstudie zur Eizellreifung belegt jedoch für sich genommen keinen Vorteil bei Schwangerschaften oder Lebendgeburten. Veränderungen von AMH, Schleimhautdicke oder Eizellzahl sind nicht mit der Geburt eines Kindes gleichzusetzen. Infektionen, Blutungen und mögliche Gewebeschäden müssen ebenso bedacht werden wie Reinheit, Sterilität und noch unzureichend geklärte Langzeitfolgen.
Welche Fragen gehören ins Beratungsgespräch?
Fragen Sie nach Belegen für Ihre konkrete Diagnose, nach verlässlichen Vergleichsstudien mit Lebendgeburten als Ergebnis sowie nach Risiken und Alternativen. Herkunft, Qualitätskontrolle und Zulässigkeit des Präparats sollten nachvollziehbar sein. Klären Sie, ob es sich um Forschung handelt und ob eine etablierte Behandlung dadurch verzögert würde. Ein Eintrag in einem Studienregister bestätigt weder Wirksamkeit noch eine Zulassung für den Routineeinsatz. Laut FDA gibt es in den USA keine FDA-zugelassenen Exosomenprodukte; daraus lässt sich der Zulassungsstatus eines bestimmten Produkts oder Verfahrens in der Türkei nicht ableiten. Zunächst sollten Alter, ovarielle Reserve, Spermienbefunde, Gebärmutter und frühere Behandlungsunterlagen gemeinsam beurteilt werden. Prof. Dr. Mehmet Çolakoğlu empfängt Patientinnen und Patienten in seiner eigenen Praxis in Konya sowie im A Life Hospital – Etimesgut in Ankara. Über das Formular für Erstberatung und Kontakt können Sie ein Gespräch zu Ihren Befunden und Ihrem Kinderwunsch anfragen.
Häufige Fragen
Können PRP oder Exosomen die Eierstöcke verjüngen?
Dass sie Eierstöcke verjüngen, eine neue Eizellreserve schaffen oder altersbedingte Veränderungen umkehren, ist klinisch nicht ausreichend belegt. Solche Begriffe sind keine Erfolgsgarantie.
Brauche ich nach einer erfolglosen IVF unbedingt PRP?
Nein. Zuerst werden der gesamte bisherige Versuch und die Befunde beider Partner betrachtet. Ein negatives Ergebnis allein begründet keine Notwendigkeit für PRP oder Exosomen.
Ist PRP aus eigenem Blut risikofrei?
Nein. Aufbereitung und Anwendung können beispielsweise Infektionen, Blutungen oder Gewebeschäden verursachen. Auch zur langfristigen Sicherheit für Schwangerschaft und Kind fehlen ausreichende Daten.
Beweist ein höherer AMH-Wert oder eine dickere Schleimhaut den Erfolg?
Nein. Ein veränderter Hormonwert oder eine größere Schleimhautdicke belegt allein keine höhere Chance auf eine Lebendgeburt. Dafür sind geeignete Vergleichsstudien und Sicherheitsdaten erforderlich.

Den persönlichen nächsten Schritt besprechen.
Prof. Dr. Mehmet Çolakoğlu empfängt Patienten in seiner eigenen Praxis in Konya und im A Life Hospital - Etimesgut.
Erstgespräch und Kontakt Publikationen ansehenQuellen und weiterführende Informationen
- HFEA · Platelet-rich plasma (PRP) ↗
- ESHRE · Good practice recommendations on add-ons in reproductive medicine ↗
- PROVA · Randomized controlled trial of intraovarian PRP ↗
- Autologous exosomes · Pilot study of oocyte maturation (2026) ↗
- FDA · Consumer information on stem cells and exosomes (United States) ↗



